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  • 21:14 | 25. Mai 2009 | # | 13 Kommentare

    “Alles wirkliche Leben ist Begegnung.”

    Autor:

     

Kommentare

  • Simon R. 21:18 | 25. Mai 2009 | #

    Nicht Beziehung? Klar die Begegnung kommt vor der Beziehung, aber reicht dem Menschen Begegnung alleine schon?

  • Jonathan B. 23:23 | 25. Mai 2009 | #

    Ich denke auch, dass es ohne Beziehung nicht geht, oder, dass da kein wirkliches Leben stattfinden kann, wenn keine Beziehungen da sind. Begegnung, finde ich aber selber fast noch schöner, ein bisschen freier. Dass es dann im Rahmen der unterschiedlichen Begegnungen auch noch unterschiedlich verbindliche Begegnungen gibt (Beziehung), das ist sicher wichtig.
    Begegnung klingt halt so unverbindlich, aber es muss überhaupt nicht so verstanden werden. Ich finde es auch sprachlich interessanter und origineller, wenn man sich immer wieder “begegnet”.

  • Simon R. 23:35 | 25. Mai 2009 | #

    Ich sehe in Begegnungen auch das Unverbindliche. Aus meiner Sicht ist es möglich dauernd Menschen zu begegnen, aber dennoch einsam (also ohne Beziehung) zu sein. Deshalb ist mir Begegnung zu schwach. Kann aber gut sein, dass ich wirklich das Wort “begegnen” anders fülle.

  • Jonathan B. 15:57 | 26. Mai 2009 | #

    Beziehungen können eben auch nicht auf Begegnungen verzichten. Begegnungen sind einfach wie die Bausteine einer Beziehung.

  • Simon R. 16:03 | 26. Mai 2009 | #

    Ja da sind wir uns einig. Doch meine Kritik bleibt. Es wird nicht aus jeder Begegnung eine Beziehung.

  • Jonathan B. 11:24 | 29. Mai 2009 | #

    Alles wirkliche Leben findet aber in Begegnungen statt, das will Buber doch simpel sagen. Der Beziehungsbegriff bezeichnet doch einfach eine jeweils definierte qualitative Begegnungskultur, meist regelmässig und verbindlich, zwischen zwei oder mehreren Personen (im menschlichen Bereich). Beziehung ist also nicht “besser” als Begegnung und umgekehrt natürlich auch nicht. Beides ist gut und nötig, da besteht gar kein Konkurrenzverhältnis. Das kommt erst herein, wenn man beide Begriffe qualitativ als verbindlich (Beziehung) und unverbindlich (Begegnung) wertet. Da würde man aber der “Begegnung” unrecht tun.

  • Reiner B. 20:09 | 29. Mai 2009 | #

    Immer diese Absolutismen…
    Haben autistische Menschen dann kein “wirkliches Leben”????? Finde diese Wertungen sehr bedenklich…

  • Jonathan B. 01:19 | 30. Mai 2009 | #

    Alle Menschen begegnen.

  • Reiner B. 07:43 | 30. Mai 2009 | #

    Na ja, für mich ist Begegnung mehr. In dem Fall: Mir ist vorhin eine Spinne begegnet!

  • Jonathan B. 10:09 | 30. Mai 2009 | #

    Kann mir nicht 100% sicher sein, wie Buber das gemeint hat. Vermute aber, dass er meint, dass ich nur durch die Gegenwart von anderen Subjekten zum Ich werde, und so der Begegnung bedürftig bin um “wirklich” zu sein und zu leben.
    Leben ohne Begegnung mit anderen Subjekten stirbt. Hier wird aber nicht “Leben” zu- oder abgesprochen, aber gleichwohl definiert. Buber sagt, dass Leben in der Begegnung geschieht. Halt dort wo Ich, Ich werde, weil jemand/etwas anderes da ist, das nicht Ich ist. Wir lebenden Menschen, lebend im biologischen Sinne, sind aber nie begegnungslos und deswegen leben wir wirklich.
    Es geht ihm somit um eine Verortung des Lebens. Wo findet Leben statt und was ist Leben. Nur (in) Begegnung.

  • Reiner B. 10:17 | 30. Mai 2009 | #

    ja, es ist alles sehr philosophisch überhöht – die Definitionen bewegen sich auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen.
    Ich finde eben die Beurteilung, was “wirkliches” Leben ist, sehr heikel. Das kann eigentlich nur der, der das Leben geschaffen hat.
    Ich stehe jedoch zu einer Unterscheidung (was wiederum ein Axiom ist, weil die Heilige Schrift für mich leitend ist): “Wer den Sohn hat, der hat das Leben, wer den Sohn hat, hat das Leben nicht.” 1. Joh 5,12.
    Was Buber wohl dazu denken und sagen würde? ;-)
    Zu dieser Aussage “stehe” ich, obwohl ja schon das “Haben” überverdächtig ist und gar nichts von “Begegnung” aussagt – außer man bezeichnet das Haben als Begegnung. Aber alles hat seine Grenzen. Ansonsten: Ich begegne permanent dem Geld, daß ich in meinem Hosensack “habe”. ;-)

  • Jonathan B. 11:44 | 30. Mai 2009 | #

    So weit weg ist Buber nicht von Johannes. ;) Es fehlt eigentlich nur noch “der Sohn”. Wohl versteht er unter dem “wirklichen Leben” schon noch etwas ganz Allgemeines, das uns simpel durch die Schöpfung vermittelt ist. Aber diese Schöpfungsordnung, die er meines Erachtens gut erkannt hat, die gilt dann eben auch in der Erlösung und Heiligung, also im Verhältnis zum Sohn.
    Es gibt dann klar unterschiedlich bedeutende Begegnungsverhältnisse (von denen Buber hier nicht explizit spricht). Vom Geld im Hosensack über die Spinne (die beide auch keine unwichtige Begegnungsdimension haben), über die Begegnungen zum Mitmenschen bis zu meinem Begegnungsverhältnis zum Sohn und so zu Gott.
    “Wirkliches Leben” haben wir nur im Sohn. Er vermittelt uns dann durch den Geist das Leben, das bedeutet doch qualitativ auch das rechte Begegnenkönnen.
    Es ist schon sehr heikel über wirkliches Leben zu reden, ohne über Jesus zu reden. Der Grundstruktur des Zitats würde ich aber zustimmen.
    “Den Sohn haben”, das heisst wohl Anteilhaben an seinem Leben; ist also sicher auch ein Beziehungsbegriff.

  • Reiner B. 12:43 | 30. Mai 2009 | #

    Ich denke, man darf das Zitat nicht so platt klopfen, daß man schlußendlich damit machen kann, was man will. Buber ist mir neulich in meinem Studium begegnet im Kontext: Begegnung auf Augenhöhe, dialogische Beziehung, intersubjektiver Erkenntnisgewinn (wobei sich beide verändern).
    Das hat NULL und gar nichts mit Geld im Hosensack, nichts mit Spinnen und auch gar nichts mit autistischen Menschen zu tun, und ich meine, es hat auch nichts mit Jesus zu tun (denn er ist nicht mein “Partner”, er ist Gott).
    Soweit so gut. Finde ich alles okay. Ich verurteile, daß dieses Verständnis von Begegnung wertend und (ver-)urteilend in Bezug gesetzt wird zu “wirkliches Leben”. Wer also in dem Sinn zu “Begegnung” nicht in der Lage ist, hat kein “wirkliches” Leben.
    Im Übrigen: Ich gehe davon aus, daß Bubers Verständnis von Begegnung nichts mit christlicher Perspektive zu tun hat.

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