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18:33 | 1. Juni 2009 | # |
“Klagen beginnt nicht mit: ‘Ich arme Sau’, sondern mit: ‘Du grosser Gott’.”
Autor: Westerheide Rudolf
“Klagen beginnt nicht mit: ‘Ich arme Sau’, sondern mit: ‘Du grosser Gott’.”
Autor: Westerheide Rudolf
Simon R. 19:49 | 1. Juni 2009 | #
Zuerst fasziniert das Zitat natürlich, doch dann wirft es auch ein paar Fragen auf. Auch wenn ich mit “Du grosser Gott” anfange, läuft es doch auf “ich arme Sau” hinaus, oder? Was will uns also Westerheide sagen?
Miriam R. 20:17 | 1. Juni 2009 | #
Die Frage ist ja, wälze ich mich im Selbstmitleid mit “Ich arme Sau”, was in der momentanen Prüfungs- und Ausarbeitungszeit sehr schnell passieren kann, oder reisse ich mich zusammen. In dem ich mit “Du grosser Gott” anfange zu klagen, konzentriere ich mich nicht auf mein Elend, aber gleichzeitig erhoffe ich mir doch, dass Gott mich unterstützt. Im Hinterkopf sitzt nämlich trotzdem irgendwie die arme Sau…
Reiner B. 09:34 | 2. Juni 2009 | #
Schon wieder so eine Verabsolutierung.
Schön, wenn der Autor schon so “reif” ist. Für mich ist es aber auch eine Scheuklappensicht.
Klagen kann auch beginnen mit “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?!” (wenn wir ja Jesus als Modell nehmen wollen) – oder auch mit: “Wie lange noch sollen mich die Sorgen quälen?!” (Psalm 13,3)
Ich bin doch echt geschockt, was für ein verengter Horizont im Blick auf die Breite des Lebens und die Breite sowie Widersprüchlichkeit der Lebenserfahrungen hier zutage tritt….
Ich bin vielmehr begeistert darüber, daß die Heilige Schrift eben gerade nicht zu einem Tunnelblick einlädt, sondern Denk- und Glaubensmöglichkeiten für Menschen in unterschiedlichsten Situationen offen hält.
Übrigens: Ich glaube, daß gerade Menschen, die VOR GOTT KLAGEN, Gott am nächsten sind….
Jonathan B. 12:24 | 2. Juni 2009 | #
Verabsolutierung gilt nun mal als didaktisches Mittel. Gattung des Plakativen. Hat schon was Problematisches. “So und so nicht.” Aber lernen funktioniert nun mal so, auf unterschiedlichem Niveau. Bei jedem von uns. Problematisch wird es erst, wenn es konsequent absolutistisch sein will, was selten der Fall ist.
Die Sache hier ist doch einfach: Selbstmitleid versus Blick nach oben.
Reiner B. 13:54 | 2. Juni 2009 | #
Als Erwachsenenbildner frage ich natürlich: Didaktisches Mittel? Also wenn, dann wäre es eine methodische Vorgehensweise, hinter der eine didaktische Überlegung steht. Fragt sich nur, welche? Nein, ich glaube nicht, daß der Autor sich didaktisch verantwortet, sondern es ist seine “geistliche” Überzeugung.
) Aber das ist ein anderes Thema…
Doch, es ist speziell auch eine Problematik unter Christen, und nicht selten unter Theologen, sich pauschal über komplexe Sachverhalte auszudrücken…. (öhm, immer wieder feststellbar in der Begutachtung von DA’s, die ja dem Anspruch nach “Wissenschaftlichkeit” gerecht werden sollten
Der letzte Satz ist schon klar, es gibt einfach nicht nur eine Form des “Blicks nach oben”. Wer nur “Loben zieht nach oben” propagiert, muß sich nicht wundern, wenn Menschen sich damit überfordert vorkommen und nur das “Selbstmitleid” sehen – wenn sie ja eigentlich genau dazu gebracht werden. Natürlich ist “Dankt allezeit für alles” auch eine biblische Aussage, aber eben nicht die Einzige.