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10:40 | 28. Juli 2009 | # |
“Wir sehen ungeheure Nöte. Wir können nicht alles Unrecht beseitigen, nicht alle Lasten wegnehmen, nicht alle Kranken heilen und nicht für alle Unterdrückten einstehen. Aber wir können stehen bleiben und die Wunden derer verbinden, die wir an unserem Weg finden, anstatt auf die andere Strassenseite auszuweichen.”
Autor: Cook Jerry
Christian Sch. 10:42 | 28. Juli 2009 | #
gefunden in: Cook, Jerry: Liebe, Annahme & Vergebung. Impulse für das Leben in der Gemeinde, 5. Auflage, Wuppertal 2002.
ISBN-13: 978-3898950268
Jonathan B. 09:35 | 29. Juli 2009 | #
Am Weg scheint genug Arbeit für uns da zu sein, schon da sind wir überfordert.
Mir gefällt der Aspekt der Fokusierung des Blickes auf die Nähe. Eigentlich ein Aufruf in der lokalen “Gegenwart” zu leben und zu lieben.
Reiner B. 10:46 | 29. Juli 2009 | #
Ja, ein gutes Zitat, auch noch etwas einseitig – vor allem wenn nur noch der Betreuungsaspekt ins Zentrum rückt.
Vor allem ginge es ja auch und wesentlich darum, an den Strukturen zu arbeiten und den Leuten auch Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen, damit sie nicht erst (und nicht wieder) in diese mißliche Situation kommen.
DAS hat für mich mit Transformation zu tun.
Christian Sch. 14:45 | 29. Juli 2009 | #
Im Zusammenhang geht es bei der zitierten Stelle nicht unbedingt darum, wie “man” helfen soll / kann, sondern um die grundlegendere Frage, ob es sich – angesichts der grossen Not auf der Welt – überhaupt lohnt zu helfen und ob man durch diese Hilfe nicht neue Ungerechtigkeiten schafft. Bsp.: Wenn ich einem Obdachlosen helfe, dem ich begegne, aber all den anderen Obdachlosen, die es auch noch gäbe (in der Stadt, im Land, auf dieser Welt), nicht helfe, dann kann man das ja als neue oder weitere Ungerechtigkeit sehen.
Das Zitat hat mir ausserdem sehr gut gefallen, weils halt grad so gut zu den Visionstexten der PM passt.
Jonathan B. 18:32 | 29. Juli 2009 | #
Zur Gerechtigkeit kann man nur sagen: suum quique, jedem das Seine. Natürlich lohnt es sich zu helfen. Nur brauchen wir umso mehr Weisheit, je mehr “potenzielles Einzugsgebiet von Hilfeleistungen” wir haben. Die materielle Ungleichheit auf der Welt ist der absolute Wahnsinn! Man kann in dieser Beziehung besonders nicht nicht sündigen.
Reiner B. 18:38 | 29. Juli 2009 | #
Christian: Finde deine Erläuterungen sehr gut!
na ja, und die Frage ist dann auch: Wer bestimmt meine / unsere Agenda: Die Not der Welt oder(?) / und(?) Gott?
Jesus heilte, handelte, tröstete ja auch nicht, “was das Zeug hielt”….. – er tat, was er den Vater sagen sah…
Christian Sch. 08:58 | 30. Juli 2009 | #
@ Reiner: Genau wer, oder was bestimmt die Agenda? Dazu gleich noch ein Zitat aus dem selben Buch, einige Zeilen früher:
“Der Umstand, dass ich in dieser Welt nicht gerecht leben kann, muss nicht zur Folge haben, dass ich nichts unternehme, dass ich die menschliche Not ignoriere und meine Mittel allein geniesse. Nein, ich muss erlösend leben. Ich kann fpr diesen und jenen etwas tun, und für die betreffenden Personen bedeutet das enorm viel.
Genau das tat Jesus, als er im Fleisch auf der Erde war. Er führte das Reich Gottes nicht in dem Sinne nahe herbei, dass er allen Hunger, alle Krankheit und alle Ungerechtigkeit verbannte. Dieser herrliche Zustand steht noch bevor. Aber Jesus berührte hier einen Gelähmten, speiste dort eine hungrige Menge und vergab an einem anderen Ort einem ausgestossenen Sünder seine Schuld. Er lebte erlösend.” (Hervorhebung ChS)
Jonathan B. 11:37 | 30. Juli 2009 | #
Also die Sache mit der Agenda finde ich ja sehr spannend. Bin natürlich einverstanden. Vom Wort Gottes (schriftlich und aktuell) soll mein Tun und Lassen abhängen. Nur geschieht das Reden Gottes meines Erachtens faktisch durch alles was geschieht und ist. Wo redet Gott nicht?
Was nun meine Agenda angeht habe ich selber noch keine klaren Anhaltspunkte um herauszufinden, ob dieses, jenes oder ein drittes etc. Tun von mir, von Gott “bevorzugt” wird. Insbesondere deswegen, weil es nach dem Abwägen aller Pros und Contras, am Schluss doch eigentlich “Ich” bin, der entscheidet; weil die Sachlage fast immer unklar ist (ausser bei der Sünde). Asketischere Typen nehmen dann lieber den Weg auf sich, bei dem sie mehr leiden müssen, die meisten entscheiden sich für das Angenehmere, und beide haben einen Haufen Gründe dafür, wie Gott zu ihnen gesprochen hat… Ist es nicht so?