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  • 09:07 | 23. Oktober 2009 | # | 6 Kommentare

    “‘Lieben’ gibt es in der Sprache aller hochentwickelten Gesellschaften als Verb. Reaktive Menschen machen daraus ein Gefühl. Sie werden von Gefühlen getrieben.”

    Autor:

     

Kommentare

  • Simon R. 11:39 | 23. Oktober 2009 | #

    Sehr schön und sehr treffend.

    Mir stellst sich dann noch die Frage, ob wir heute nicht alle bereits massiv Gefühlsbetonter ticken als Menschen noch vor 50 Jahren?

  • Jonathan B. 14:03 | 23. Oktober 2009 | #

    Denk ich auch. Es hat sicher immer beide Gruppen gegeben. Wir sind so geprägt, dass Liebe zuerst Gefühl ist. Die Chronologie stimmt nicht. Muss bei mir auch anders werden.

    Vorangehend an dieses Zitat schreibt Covey über ein Gespräch, das er mit einem Seminarteilnehmer hatte. Finde das auch noch für den Kontext interessant:
    “Mir gefällt das, was du da sagst, Stephen. Aber jede Situation ist doch anders. Meine Ehe zum Beispiel. Ich mache mir wirklich Sorgen. Meine Frau und ich haben einfach nicht mehr die gleichen Gefühle füreinander wie früher. Ich glaube, ich liebe sie einfach nicht mehr, und sie mich auch nicht. Was kann ich tun?”
    “Das Gefühl ist nicht mehr da?” fragte ich.
    “Richtig”, stimmte er zu. “Und wir haben drei Kinder, um die wir uns sorgen. Was schlägst du vor?”
    “Liebe sie”, antwortete ich.
    “Aber ich sag’ doch, das Gefühl ist einfach nicht mehr da.”
    “Liebe deine Frau.”
    “Du verstehst nicht. Das Gefühl von Liebe ist einfach nicht da.”
    “Dann liebe sie. Wenn das Gefühl nicht da ist, dann ist das ein guter Grund, sie zu lieben.”
    “Aber wie liebt man denn, wenn man nicht liebt?”
    “Lieben ist ein Verb, mein Freund. Liebe – das Gefühl – ist eine Frucht des Liebens, des Tuns. Also liebe sie. Diene ihr. Bringe Opfer. Höre ihr zu. Fühle mit ihr. Schätze sie. Bestätige sie. Bist du dazu bereit?”

  • Sabina L. 22:32 | 2. November 2009 | #

    Wow! Ein echt super schönes Gespräch, das so real und wahrheitsgetreu nicht besser hätte formuliert werden können! Genau das ist es doch, worauf es in der Liebe ankommt!

    Ich glaube zwar, dass Liebe zu Beginn Gefühl sein kann und darf. Vielleicht stimmt somit die Chronologie oft schon und daran ist meiner Meinung nach auch nichts verwerfliches. Aber Liebe bleibt nicht “nur” Gefühl. Zeitweise auch ganz ohne Gefühl. Ja, Liebe ist mehr als Gefühl und auch ohne Gefühl ist Liebe “erstrebenswerte” Liebe! Das Gefühl ist keine Bedingung für die Liebe, sondern die Frucht daraus.
    Ich habe schon den Eindruck, dass heutzutage dem Gefühl in der Liebe zu viel Wert zugesprochen wird. Ich denke auch, dass aus diesem Grund viele Ehen auseinanderbrechen. Denn in Zeiten ohne Gefühl ist der Mensch oft nicht bereit, sich in der Geduld zu üben, von sich zu geben, ohne vom Anderen zu erwarten und eben Liebe im VERBALEN Sinne zu verwirklichen. Ich bin überzeugt, dass wenn man dem Andern auch ohne Gefühle Wertschätzung, Respekt und liebevolle Aufmerksamkeiten entgegenbringt (hier könnte noch sehr viel mehr aufgezählt werden…), so kommt irgendwann auch das Gefühl wieder. Und das ist ja auch etwas sehr schönes, wünschenswertes und wertvolles. Ein Geschenk! Aber nicht das Wichtigste, Erste und schon gar nicht der Boden einer Liebe.

    Meine Oma hat mir diesbezüglich eine ihrer wichtigsten Erkenntnisse aus ihrer Ehe mitgegeben.
    Sie, eine junge Mutter von sechs Kleinkindern und als Ausländerin (Österreicherin) von der Dorfgemeinschaft ausgegrenzt. Das zweite Kind entrissen und zu einer Verwandten, die keine Kinder bekommen konnte, gebracht. Der Ehemann oft auf Arbeit oder in der Kneipe aufzufinden. Von der ursprünglichen Liebesheirat nichts mehr zu spüren, geschweige denn zu fühlen. Die Ehe geprägt von Distanz, Kälte, Traurigkeit. Von Heimweh gequält plante sie ihre Flucht mit allen Kindern zurück nach Hause. Sie rang im Gebet, sah keine Besserung und keinen anderen Ausweg.
    Doch bevor sie ging kam ihr noch ein Gedanke. Sie wollte als letzte Hoffnung versuchen, all das, was sie von ihrem Ehemann gewünscht hätte und nicht erhielt, ihm zu geben. Dies tat sie. Sie schenkte ihm Interesse, Aufmerksamkeit, ein offenes Ohr. Sie schrieb ihm wieder Liebesbriefe. Sie liess über ihre Lippen den Satz “Ich liebe dich” fliessen. All ihre stillen, verborgenen Sehnsüchte setzte sie in die TAT um.
    Und er habe sich sehr schnell verändert. Er habe ihre Liebe erwiedert. Er habe sich abgewöhnt in Beizen zu gehen. Er war wieder zu Hause für sie da, unterstützte sie, liebte sie! Aus Distanz wurde Nähe, aus Kälte Wärme. Und sie hat sogar gesagt, es seien wieder Gefühle entstanden!!!
    Dies ein wahrheitsgetreuer Lebens- / Liebesbericht, als Motivation und Beweis, dass es funktioniert :-)

    Ehrlich gesagt finde ich es sehr erstrebenswert, die Liebe so zu leben. Doch stelle ich es mir dann extrem schwer vor, wenn du spürst, dass dein Partner keine Gefühle mehr für dich hat und sich auch in der Tat keine Mühe mehr gibt, dich zu lieben. Dann braucht es sehr viel Kraft, von dir zu geben, egal, ob noch Gefühle von deiner Seite da sind oder nicht. Ich glaube, das ist nur durch die Kraft und Unterstützung unseres Vaters im Himmel möglich!

  • Jonathan B. 16:28 | 6. November 2009 | #

    Finde ich voll cool Linda! Vielen Dank für den Beitrag! Das Beispiel von deiner Oma macht mir echt Mut, weil es schon immer noch ein Unterschied ist, das theoretisch zu lesen und zu verstehen, oder es dann sozusagen von “Zeugen”, die es im eigenen Leben erlebt haben, bestätigt zu bekommen. Das tut gut und zeigt, dass es zwar immer ein schwieriger, kein leichter, aber ein Weg ist, der möglich ist, wenn man überwindet und wider alles dennoch liebt!

  • Sabina L. 21:53 | 10. November 2009 | #

    Das glaub ich auch…
    Bis auf die Linda glaub ich nicht nur, sondern weiss ich, dass ich sie nicht bin;-)
    Liebe Grüsse, Sabi (die vom “heilige” Bärg… Genau, die wome eifach Sabi nennt, weme nid weiss, öb Sabina oder Sabine…)

  • Jonathan B. 23:29 | 10. November 2009 | #

    :-) Hallo Sabi! Schön dich hier zu treffen!
    Habe da wohl einen komplexen stegaslenischen Moment erwischt :-)
    Bis wiedermal

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