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17:41 | 16. November 2009 | # |
“Ehe ist nur dadurch vollziehbar, dass sich Mann und Weib nicht auf den eigenen Standpunkt stellen. Bleibt jeder auf seinem Standpunkt, so folgt Scheidung oder Ehe ist nie zustande gekommen. Ehe besteht darin, dass mein Wohl dein, dein Wohl mein Anliegen wird. Die Ergänzung tritt nicht ein, solange in die Beteiligten nicht ein Bewusstsein ihres Entgegengesetzten einzieht. Ich muss auf deine Leistung blicken und du auf meine … Jedes Ganze verlangt von seinen Gliedern ein Absehen von der eigenen Art und eine Bewunderung der Entgegengesetzten … Wir müssen uns gegenseitig mögen und billigen, lieben und bewundern. Das Gegenseitige ist die Brücke zum Ganzen. Wer das Ganze direkt anstarrt, erreicht gar nichts. Durch Absehen von uns selber schaffen wir die Gemeinschaften.”
Autor: Rosenstock - Huessy Eugen
Jonathan B. 15:33 | 18. November 2009 | #
Unglaublich! Ich muss unbedingt mal Rosenstock-Huessy lesen!!
Jonathan B. 14:50 | 19. November 2009 | #
Zum letzten Satz
bin ich doch ein bisschen kritisch. Mindestens wenn es um christliche Gemeinschaft geht. Die Gemeinschaft wie Gott sie für uns bereithält ist nicht einfach durch Absehen von uns selber zu schaffen, sondern durch das Ansehen des Anderen durch Christus. Stichwort “Indirekt, vermittelt”. Direkte, unvermittelte Gemeinschaft ist meines Erachtens zum Verfall verdammt. Sie ist es, die Gemeinschaft auseinanderbrechen lässt. Eben weil sie auf den Menschen lastet. Pneumatische Gemeinschaft transzendiert das, weil nicht wir die Brückenbauer zwischen einander sind, sondern ER. Und ER trägt dauerhaft (im Unterschied zu uns).