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  • 18:26 | 22. Dezember 2009 | # | 7 Kommentare

    “Jesus taught a piety of revolt, not resignation.”

    Autor:

     

Kommentare

  • Jonathan B. 09:37 | 23. Dezember 2009 | #

    Deutsch: “Jesus lehrte eine Frömmigkeit des Aufstands, nicht der Resignation.”
    Aus: Is God to blame?, 74.

  • Jonathan B. 09:38 | 23. Dezember 2009 | #

    Allerdings, ein Aufstand ohne Waffengewalt, sondern ein Aufstand des Füssewaschens.

  • Reiner B. 12:54 | 23. Dezember 2009 | #

    Der erste Schritt dazu wäre wohl – und das wäre schon mal super: Aufstehen können, Stehen können, Selbst-Ständig sein können – erst dann ließe sich an eine wie auch immer aussehende Realisierung der obigen Zitats denken.
    Das bedingt eine massive Umstellung in der Theologie, “Seelsorge”, Rollenverständnis von Vollzeiter/innen und überhaupt Betreuungsmentalität (weg vom Quietismus, einseitiger Innerlichkeit, Sentimentalitäten) in vielen Gemeinden.
    »Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde.« Hebräer 12,13.14

  • Jonathan B. 16:38 | 23. Dezember 2009 | #

    Denke auch so. Nur, da fängt schon gleich wieder die Resignation an… sadly sad. Wir scheitern doch als Gemeinden fast durchs Band an Vorbedingungen für Veränderung, die wir nicht erfüllen.
    Aber, hier kommt eine wichtige Entscheidung: wohin treibt uns/mich das; oder besser: wie entscheide ich mich und werde nicht getrieben? Viele treibts in die Resignation und Ernüchterung.
    Dann kommt als nächstes das “wir müssen realistisch sein” – Postulat. Übersetzt: “Anderen Füsse waschen vergiss es, ich habe ja selber noch keinen Whirlpool. Erst wenn mir geholfen ist und ich mich wohl fühle kann ich anderen helfen.” Ja genau, wir müssen realistisch sein. “Realistisch sein wollen” ist oft verkappter Perspektiven-Götzendienst, weil allzu oft “Realität” von uns definiert wird und nicht im Glauben, im Perspektiven-Gottesdienst.
    So frage ich mich oft was Nüchternheit und “realistisch denken und sein”, im Bezug auf Veränderungen, für einen Beitrag zur Veränderung leisten. Ich glaube eigentlich sehr wenig.
    Gegen Resignation und falschen, legalistischen Bundesverfassungs-Aufstand (Schwert) hilft deswegen meines Erachtens nur der Griff zum Badetuch. Irgendjemandem die Füsse waschen. Ich glaube das ist vor allem etwas Praktisches, womit wieder die Frage hochkommt: muss ich jetzt wieder resignieren…?

  • Reiner B. 23:06 | 23. Dezember 2009 | #

    Der Reihe nach…
    Vorbedingungen tönt wirklich blöd – ich meine, ein Wandel vollzieht sich Schritt um Schritt. Das ist ja das Tötende am Zitat ganz oben, daß es sich wieder mal um einen großen Spruch handelt, der von den Neo-Gnostiker heutzutage gerne wieder kolportiert wird (tönt süffig, neue Sprache, allgemeines Staunen im Publikum, geht so leicht über die Lippen, weil es nichts kostet – das nennt man Inflation… Man beachte die mentale Nähe zu sonntäglichen Predigten, auf die die Leute mit passivem Widerstand reagieren, indem die INhalte träges Wissen bleiben).
    Daher ist der Satz ein Killersatz, weil er nicht erreichbar ist. Tönt aber schön. ;-)
    Okay, das mit dem “Realistisch sein” ist doch gar nicht “schlimm”! Das ist Ausdruck von Widerstand, und mit Widerstand sollte Vollzeiter/innen umgehen können ;-) Im Widerstand steckt eine Botschaft, die entdeckt werden will.
    Wer sich mit Veränderungs- und Lernprozessen abgeben möchte, sollte auch wissen, wie man diese gestalten könnte – und nicht einfach “klagen”, daß die Leute nicht wollen etc. etc. (ist übrigens nicht auf Dich bezogen) Aber das ist eben doch “typisch christlich”: sobald es anspruchsvoller wird als “gute Theologie”, “viel beten”, “Visionen”-Gerede, “Frontal-Predigten halten” wird die Flinte schon ins Korn geworfen… Der Mensch ist eben nicht nur geistliches Wesen, sondern MENSCH, der menschlich mit Veränderungsdruck umgeht – und das ist hoffnungsvoll!!!
    (Übrigens: Auch “Perspektiven im Glauben” sind natürlich auch von uns definiert – das Andere ist wohl, daß eine andere Perspektive ins Spiel kommt, daß wir als individuelle Christen daran üben und das sich – unter Einwirken der Heiligen Schrift und Wirken des Geistes daraus mehr und mehr eintwickeln kann.
    “Nüchternheit” ist ja ein biblisches Wort, daß die Wirklichkeit ernstnehmen möchte – das Ernstnehmen von Gottes Möglichkeiten, Ressourcen und Leitlinien UND das Ernstnehmen von eigenen Möglichkeiten, Ressourcen und Limits.
    Neo-Gnostiker im evangelikalen Feld heute tönen zwar sehr “geistlich”, aber beschwören zumeist selbstkonstruierte Träume. Das ist aber fatal und verführerisch, da sie selbst nicht den Weg der Umsetzung gehen (können).
    Der Griff zum Badetuch: Das ist ein spannender Gedanke. Das ist insofern korrekt und gut, weil vom Veränderungsdenken her eine Umsetzung nicht erst “zum Schluß” kommt, sondern zumindest teilweise schon zu Beginn des anzustrebenden Wandels vorkommen sollte – weil es selbstmotivierend und ermutigend wirkt! Aber immer nur mit dem Badetuch wedeln endet in Kurzatmigkeit und kann mit der Zeit in Resignation enden – denn die Sinnfrage wird auch da wieder auftauchen….

  • Jonathan B. 17:24 | 31. Dezember 2009 | #

    Ein Zitat soll ja als Stolperstein fürs Denken dienen. Und wie man sieht stolpert jeder ein bisschen woanders hin… (übrigens: Als Beat und ich auf Namenssuche waren für diese Website, waren wir einen Moment nahe dran sie “enthymäsis proskomma” (Gedankenstolperstein) zu nennen, was wir dann doch, meines Erachtens glücklicherweise, bleiben liessen!) ;-)

    Ich finde es sehr gut, wie du gegen süffige buzz-phrases (Summsätze) mobil machst!
    “… und das ganze Bienenvolk summte mit… buzzzzz… *hallelujah*… buzzzzzz…” und gedacht wurde wenig, aber gegrooft hats, Amen! buzzzz ;-)
    (auch: *Yes we can* – Buzzz)

    Viele dieser Sätze, auch von dir als Killersätze bezeichnete, können aber einen Anfang machen oder einen Eingang öffnen auf einen guten Weg. Und (fast) kein Satz ist einfach hohle Phrase. Hohlheit und Gehalt dieser Sätze sind überhaupt dem überlassen der sie hört. Ich glaube, dass in fast jedem buzz-Satz eine Perle zu entdecken ist. Die Grenzen setzt der Hörer dem Satz; und dies oft leider absolut auch für die anderen. Was ich gemerkt habe: Wie ich höre, so bin ich.

    Was ich nicht so verstehe an deiner Killersatz-Kritik ist das Argument der Unerreichbarkeit. Eine Frömmigkeit des Aufstandes ist etwas Praktisches, das man tun kann. Man entscheidet sich dazu resigniert zu sein.

    Die Schwierigkeit ist ja mit dem Badetuch in der Hand auf einem gleichwohl auch geistlich veränderungsbewirkenden Weg unterwegs zu sein.

    Neo-Gnostiker ist ein Titel, der mit Boyd nichts zu tun hat. Ich begreife aber dein Anliegen total, dass wir nicht schwärmerisch Luftschlösser bauen und predigen sollen. Nur, wir brauchen eine klare Vorstellung davon was zu tun ist. Und ehrlich: wenn ich Claiborne oder Boyd zuhöre und dann „Stand der Dinge“ von Markus Müller lese, dann muss ich sagen, vermitteln erstere viel eher etwas von der Vorstellung davon, was einfaches und transformierendes Christsein sein könnte. „Stand der Dinge“ finde ich per se gut, aber es stimmt mich über weite Strecken traurig anstatt hoffnungsvoll. Wenn ein paar Christustage und Explos das Grösste waren, was in den vergangenen 40 Jahren geistlich in der Schweiz gegangen ist, dann sind wir ziemlich weit davon weg Gemeinde zu bauen. Die Neo-Gnostiker das sind wir, wenn wir die Liebe Jesu nicht Fleisch werden lassen. Aber dazu entscheiden wir uns! Oder dagegen!

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