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10:32 | 22. Januar 2010 | # |
“Ist uns unser guter Ruf insgeheim wichtiger geworden als alles andere? “
Autor: Tripp Paul David
“Ist uns unser guter Ruf insgeheim wichtiger geworden als alles andere? “
Autor: Tripp Paul David
Reiner B. 21:47 | 22. Januar 2010 | #
Na ja, immerhin postuliert Rob Bell (4 Zitate weiter unten), daß es wichtig ist, daß wir eine gute Figur machen (gutes Image abgeben), damit man uns auch “das Evangelium” abnimmt…
Reiner B. 21:55 | 22. Januar 2010 | #
Und auch das noch: Im 1./2. Korintherbrief unternimmt auch Paulus immerhin viele Anstrengungen, um sich angesichts der in Korinth vereehrten “Superapostel” auch in ein gutes Licht zu stellen (übrigens NICHT in evangelistischer Absicht!). Paulus stellt es zwar gewisserweise in ein humorvolles Licht (so wie wenn er es “eigentlich” blöd findet) – aber er tut es trotzdem und ernsthaft…
Ich würde dem Autor doch entgegnen, daß man diesbezüglich nicht allzu extrem sein sollte. Womit ja vor allem “zerbrechliche” Christen gerade auch wieder unnötigerweise verunsichert werden. Mich z.B. irritiert das Zitat kaum, weil ich es in dieser extremen Form einfach irreal (nicht einmal “supergeistlich”, das wäre zu viel der Ehre) finde. Jemand, dem der gute Ruf “wichtiger ist als alles andere” – so jemand kann ich mir kaum vorstellen. Wie kann man so leben? Und auch sonst könnte es sicher auf eine Profilneurose hinweisen
Anstatt zu problematisieren, würde ich lieber aufrufen: Wage etwas, sei kühn, betritt ungewohnten Boden – auch wenn dir nicht alle Beifall klatschen!
Jonathan B. 23:45 | 22. Januar 2010 | #
Profilneurose gefällt mir.
Ich finde deinen Argumentationsstrang gut, weil die Frage tatsächlich eine falsche Gebücktheit bewirken kann.
Das 100% Entweder-Gott-Oder-Ich-Spiel, in dem sich der Gläubige ständig in ein Konkurrenzverhältnis zu Gott setzt (”Wenn ich wer bin, dann ist Gott nicht mehr alles”-Angst), das zur Sichkleinmach-Krankheit führt. Das haben wir ja auch schon früher diskutiert. Gläubige mit dieser Tendenz kann eine solche Frage schon noch mal das hyper-sensible Gewissen belasten und den Gläubigen in eine falsche Selbstverleugnung treiben. Meines Erachtens liegt dem einfach eine undifferenzierte “Soli Deo Gloria” – Auslegung zugrunde.
Wenn aber mal was daneben geht im Leben und mein Ruf auf eine Weise dadurch (gefühlt oder wirklich) bedroht sein könnte, dann finde ich die Frage aber super. Sie hilft mir dann nämlich, dass ich das Ganze nicht überdramatisiere. Relativierung als gesundmachendes Medikament. Christlich gesprochen eine Form des Ins-Licht-Kommen.
Reiner B. 23:52 | 22. Januar 2010 | #
Super. Dem letzten Absatz schließe ich mich voll an. Das macht das Zitat sinnvoll.