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10:46 | 10. Februar 2010 | # |
“Durch die Fürbitte wird der Mensch zum sozialen Wesen, weil er Gott nicht nur mit den eigenen Problemen behelligt.”
Autor: Josuttis Manfred
Reiner B. 19:40 | 10. Februar 2010 | #
Na ja, okay. Aber da gibt es direktere Lernprozesse, um Sozialkompetenz zu entwickeln…
Ansonsten: Eine “Analogie” wäre: Das Gebet ist gut, weil ich dadurch Eigenreflexion trainiere…
Jonathan B. 22:15 | 10. Februar 2010 | #
Ich finde halt, dass Fürbitte schon eine Art der Sozialkompetenz fördert, die einzigartig ist. Eben gerade weil sie sozusagen im stillen Kämmerlein, im nicht-sozialen Kontext, eine geistliche Sozialität und Gemeinschaft wirkt. Eine geniale Methode, wie Gott uns einen will!
Reiner B. 22:39 | 10. Februar 2010 | #
na ja, eine Sozialkompetenz, die nichts kostet…
Wenn ich “Fürbitte tue” für jemanden in erreichbarer Nähe, dann sagt Gott mir: GEHE HIN!
Wenn ich “für die Armen in Afrika” bete, dann erkenne ich nicht, was das mit Sozialkompetenz zu tun hat…
Na ja, vielleicht ist mir der Begriff der Sozialkompetenz zu wichtig, als daß ich bereit bin, ihn einfach vergeistlichen zu lassen….
Auf der anderen Seite merke ich, daß vielleicht geklärt werden sollte, was es heißt, “zum sozialen Wesen werden” – und da finde ich, zumindest aus schöpfungstheologischer Perspektive, sind auch säkulare Menschen selbstverständlich “soziale Wesen”, das liegt “einfach in der menschlichen Entwicklung”… (hat aber sicher mit der Gottebenbildlichkeit zu tun…)
Jonathan B. 23:47 | 10. Februar 2010 | #
Ich meine auch, dass Fürbitte in aller Regel mit dem “Gehe hin” komplementiert werden soll. Wie du würde ich auch meinen, dass diese Sozialkompetenz uns tatsächlich wenig kostet, aber im positiven Sinn, weil ich es als eine überaus gnädige Sache erfahre, die da an mir geschieht. Fürbitte hat sozusagen das Potenzial zu einem Ort, einer ständigen homebase bei Gott zu werden, von wo aus wir täglich in unsere sozialen Begegnungen hineingehen können. Ich würde beides betonen wollen.
Ich stimme dir sonst eigentlich voll zu. Zum sozialen Wesen werden meint er hier, denke ich, primär als Aspekt in Gegensatz zum verschlossenen geistig-asozialen Bei-sich-Bleiben im Gebet. Aber; durch den Geist werden wir in der Fürbitte glaube ich schon in einer ganz besonderen Weise ek-statisch (von uns weg (und doch ganz zu uns)) zum anderen hin. … und so sozialkompetent in spe, was sich nachher durch “Fleischwerdung” erweisen wird.
Mindestens fühlt es sich so bei mir an: Es entsteht geistige Verbundenheit, geistiger gemeinsamer Heimatort der Fürbitter bei Ihm.
Grundsätzlich geht es hier ja auch um die Frage, ob die Gabe des Heiligen Geistes sozialkompetenter macht oder nicht. Dazu würde ich mit der Klammerbemerkung (ER will es nicht ohne uns machen) ein klares Ja geben. Wenn das nicht so wäre, was wäre dann unser Glaube? Religion für die Religion. Dass der Blick in die Christenheit nicht so einen frappanten Unterschied feststellen lässt, wie zu erhoffen wäre, liegt an einer mir nicht erklärlichen Widerspenstigkeit. Das ist für mich schlichtweg ein Rätsel.