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16:49 | 2. Juni 2010 | # |
“Ein junger Mensch braucht einen Raum des Vertrauens, wo er Fragen stellen, wo er zweifeln darf, und wo er alle Zeit erhält, die er braucht, um seine Antworten zu finden.”
Autor: Bruderer Peter
Reiner B. 21:04 | 12. Juni 2010 | #
Ein junger Mensch “braucht” den Raum nicht – er wird ihn sich EROBERN! Auf das “Dürfen” wird sich “ein junger Mensch” wohl nicht reduzieren lassen wollen, auch über ein “Erhalten von Zeit” (von wem? von “den Erwachsenen”?) wird er nur müde lächeln…
Was ist das für ein Bild von “jungen Menschen”, das hier konstruiert wird???!!!
“Die” Erwachsenen sollten nicht meinen, daß sie “für” “die jungen Menschen” Spuren legen müssen, für “sie” sorgen müssen, Räume “für” sie schaffen müssen….
Vielleicht stehen hinter dem Zitat schwierige Erfahrungen mit konditionierten Jugendlichen aus “gläubigem Haus”… Jugendliche, die ich kenne, finden eigenständig IHRE Räume, IHRE Sprache, IHRE Denkweisen (durch trial & error hindurch) – sind aber offen für Anregungen, die sie sich dort holen, wo es für sie paßt.
Dazu ist ja die Zeit der Jugend da…
Jonathan B. 01:15 | 28. Juni 2010 | #
“Hey! Teacher! Leave them kids alone!”
Getreu nach dem Motto “predige einseitig”. Ich mag das, es ist enorm denkprozessanregend. Das hilft gemeinschaftlich Komplementarität zu suchen und somit dialogisch.
Mein Teil: Was ist schlimm am “brauchen”? – Junge Menschen sind so bedürfnisreich wie alle anderen auch. Wie das real existierende Bedürfnis Vertrauensraum gestillt wird ist aber schon eine wichtige Frage. Wenn ich das recht lese, dann liest du das “brauchen” halt als ein von den Jungen nicht selber befriedigbares brauchen, wo die Jungen zur Charity der Erwachsenen gemacht werden damit sie nicht verkommen. Das ist eine interessante Junkie-Leseweise von “brauchen” – du willst sozusagen nicht, dass wir die Jungen wie Drogenabhängige behandeln!?
Dann: Ich frage mich halt, ob du das “er wird ihn sich EROBERN” (den Raum) rein behavioristisch feststellst oder ob du einen Quasi-laissez-faire-Ansatz verfolgst, nach dem Motto “jeder junge Mensch wird instinktiv seine Strategien entwickeln wie er sein Bedürfnis nach Vertrauen stillt, deswegen: reine Hol-Struktur der Jungen – rein reagierend agieren”. Ich frage das, weil es beinahe so klingt, als hätten die Erwachsenen in deinem Konzept keine gottverordnete oder naturrechtliche oder andersbedingte Rolle am Gedeihen des jungen Menschen. Oder: Ich vermute auch, dass du in den Köpfen der Erwachsenen die instinktive Selbstbedeutungsüberschätzung und den Kontrolldrang zunichte machen willst.?
Ich muss sagen, es ist auf alle Fälle ein interessanter Faden, den du da aufgreifst.
Das Thema wie man “Raum findet” ist ja an sich völlig belanglos, wenn dieser Raum nicht irgendwie qualifiziert ist, z.B. als Vertrauensraum, wie im Zitat. Natürlich finden junge Menschen ihren Raum und sie werden automatisch dorthin gehen wo sie sich “akzeptiert fühlen” –> Vertrauensvokabular. Aber: Gemeinde oder Kirche ist doch ihrem Sinn nach primär da, Ermöglicher solcher Heils-Prozesse zu sein. Was sind denn unsere Kirchen/Hauskreise/Begegnungsorte noch, wenn sie nicht primär VertrauensRäume sind, die auf das “gottgeschaffene Loch” eine göttliche Antwort sind? Eine göttliche Antwort in Menschengestalt.