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  • 21:26 | 10. Januar 2012 | # | Kein Kommentar

    “Die neue Zeitkultur hat den Simultanten hervorgebracht: einen Menschen, der die Dinge nicht nacheinander, sondern gleichzeitig tut und dessen wichtigstes Instrument das Handy und der Laptop ist. (…) Je mehr in einen begrenzten Zeitraum hineingepackt wird, umso mehr löst sich die Gegenwart auf. Das eben noch Gewesene, das schnell Veraltete, muss rasch verschwinden. Das Alte steht ja nur den Möglichkeiten des Neuen im Wege. Es entsteht eine Lebensweise des Flüchtigen und der Flucht. Erfolg besteht darin, den Augenblick nicht zu verpassen, in dem das Alte entsorgt, abgelegt und ersetzt werden kann, um Platz zu schaffen in der Ereignisfülle. Wir leben dann in einer beschleunigten Welt, die nicht mehr lange genug anhält, um in ihr bedeutungsvolle Erfahrungen zu machen.
    Das Ergebnis ist eine Empfindung der Leere. Die Gegenwart ist im besten Falle noch Vorbote von Besserem.”

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